Montag, 31. August 2009

Oberstimmer Barthelmarkt

Wie geil ist das denn. Der Oberstimmer Barthelmarkt ist ja eine Sensation!
Nach dem ersten Tag Unterricht (wo wir uns noch beide reinteilen, den Rest der Woche halte ich mich dezent zurück) treffen wir uns mit ein paar anderen Dozenten und Programmierern und natürlich entsprechend gekleidet im Herrnbräu Festzelt. Das geht ja ab wie zur Wies'n! Und das 300 Meter vom Hotel entfernt :o)
Schade, dass das der letzte Tag des Festes ist ...

Dienstleistern

Auf geht's nach Manching! Da steht wieder das jährliche Pilotprojekt an ;) Eine kleine Spracheinweisung in Ada für ein gutes Dutzend angehende Systemingenieure.
Der Thomas ist in der ersten Woche dabei und das macht dann gleich alles viel mehr Spaß. Der Y-Kombi sieht aus wie für ne 3-wöchige Urlaubsfahrt. Unsre Bikes sind dabei mit allem drum und dran und die Lederhos'n auch. Wir haben nicht vor, die Abende ungenutzt verstreichen zu lassen.

Sonntag, 30. August 2009

Mit dem Bike zwischen Isar und Tegernsee

Nachdem ich mich gestern Abend ein bisschen abreagiert habe, muss heute mehr her. Ich klicke mir eine 55-km-Runde zusammen und halb 11 starte ich vor Lenggries zum Einrollen. So richtig fit bin ich nicht drauf, aber es macht trotzdem Spaß ;)
Drei Anstiege liegen vor mir, der schwerste zum Schluss. Da geht es von Bad Wiessee zur Aueralm hinauf. Verlangt mir wirklich die allerletzten Reserven ab! Die Einkehr auf der Hütte, die netten Leute am Tisch und die sensationell lange Abfahrt nach Lenggries machen sowieso wieder alles wett und ganz doll viele Endorphine frei.

Freitag, 28. August 2009

Aus is

mal wieder beginnt ein neuer Abschnitt. War aber ein schönes reichliches Jahr!
Trotzdem reagiere ich mich mit einer kleinen Vollgasrunde ab. Also auf dem Bike natürlich ...

Sonntag, 23. August 2009

Tajakopf Extended

Es ist endlich wieder soweit. Die jährliche schwere Klettersteigtour mit Christian. Diesmal ziehen wir es aber ganz anders auf. Wollten eigentlich auf der Coburger Hütte schlafen, aber die ist eine Woche vorher schon voll! Aber das hält mich ja nun kaum auf, Fjällräven-gehärtet wie ich bin ;) Also Ausrüstung verpackt und das Hogan an den Rucksack!
Gegen 17 Uhr marschieren wir in Ehrwald ab, das Wetter ist ziemlich mies und der gute Christian ist vorbereitet, als würden wir ne Halbtagestour am Tegernsee machen ...
Die Regenschauer lassen uns eine ganze Weile keine Ruhe, aber irgendwann entsteigen wir dem Nebel.


Nach anderthalb Stunden haben wir den ersten Steig geschafft und kommen am Seebensee an, wo das Basecamp sein soll. Wir suchen recht lange am unwegsamen Westufer, bis wir endlich eine wunderbare Stelle direkt am See finden, auf 1660m. Es dämmert schon, aber ich bin ja erfahren im Zeltbau ;)



Wir gehen jetzt gleich zu Coburger Hütte rauf, was etwa 45 Minuten dauert. Dort ist die Bude wirklich voll, jede Menge junge Leute da. Und urgemütlich. Man staunt nicht schlecht, dass wir draußen schlafen und gibt uns gleich noch Bier und Spaghetti. So schön warm hier drin, werde gleich furchtbar entspannt und müde. 22 Uhr stapfen wir mit Stirnlampe wieder raus in die Kälte und zum Zelt runter. Der Himmel ist mittlerweile klar und wir sitzen noch über eine Stunde vorm Zelt, mit dem hochgeschleppten Bier. Vollkommen ruhig und trotzdem spektakulär hier oben. Ab und zu geht auf der Coburger das Licht an ... und die Venus geht über der Mieminger Kette auf! Sieht kurz vorher aus, als würde der Mond kommen, so hell ist das.



Am Sonntag 6 Uhr geht dann die wirkliche Plackerei los. Wir sind die ersten am Tajasteig, wenn man von den beiden absieht, die nach 10 Metern umdrehen. Das ist mal was ganz Neues, allein hier zu sein. Wir kämpfen uns nach oben, trotzdem sind wir weit davon entfernt, dass es Routine ist. Nur das Fluchen ist konstant ;) Der Genuss steht trotzdem jedes Jahr etwas mehr im Vordergrund. Das eigentliche Klettern klappt auch immer besser, brauch seltener das Seil zum Ziehen.
Nach 3:15 h sind wir endlich auf dem Vorderen Tajakopf (2450m). Uns hat nur einer überholt, aber Vollidioten zählen nicht. Christian hing gerade in der Querung kurz vorm Gipfel, wo das Seil so weit rausschwingt und der Trottel geht auch mit in den Abschnitt und hängt direkt 10 cm hinter ihm. Kommt ziemlich ins Rudern. Ich wäre stehen geblieben, hätte den ein bisschen angeschrieen, bis er zurück geht.






Der Abstieg ist wie immer anstrengend, aber nicht zu schwer und wir stoppen natürlich am Drachensee (1860m), der immer ein schönes Erfrischungs-Bad bietet. Dann gehen wir wieder zu Coburger Hütte, lassen es mit Bier und einer Stunde schlafen in der Sonne ausklingen.



Weiter unten packen wir dann das Zelt ein, gehen zum dritten Mal baden und halb 5 sind wir wieder am Auto. Total erledigt! Mir ist total unklar, wie wir das früher ohne Übernachtung geschafft haben :)

Donnerstag, 20. August 2009

Spontanes Minilokitreffen


Auch mal wieder schön ... paar Mädels aus der Gruppe "lassen" mich mitgrillen ;) Ein schöner Abend mit Feuer und Fleisch und Füßen (insider). Ich radel natürlich, und hab eine lustige Heimfahrt mit meinem Funzellicht und dem GPS. Aber irgendwie ein Erlebnis!

Samstag, 15. August 2009

MTB mit Frau Rechnungsführer

Endlich schaffen Karina und ich mal den größeren MTB-Ausflug. Nehmen wir uns ja wirklich schon recht lange vor.
Mein Bike ist aber noch beim Dillitzer in Tutzing und das will ich gleich abholen und sie auch. Kleiner Fehler: Heute ist Feiertag. Wer soll an einem Samstag denn mit sowas rechnen? Alles steht mal wieder vorm Scheitern. Welch Glück, dass Thomas in Garmisch einen Händler kennt, der das beste Stück für mich reserviert. Halb 11 geht's dann endlich los.


Wir nehmen die Supertour, die ich mit Henry und Thomas schon gefahren bin, auf kleinen und großen Wegen auf und ab, mit einem schicken Trail, zwei mal Baden und Einkehr. Hinten hängen wir noch bisschen was dazu und kommen auf 45 km und plus minus 915 Höhenmetern.

Donnerstag, 13. August 2009

Zurück im Dienst

Das ist schon bissl hart, nach dem genialen Trip gleich wieder arbeiten zu müssen. Aber wir stressen uns heute nicht. Nach dem Mittag ist politische Bildung in München (Stadtführung) und dann hängen wir noch ein bisschen in einem Café herum. Danach geht's in Sausalitos, wo wir einen echt witzigen Hörsaalabend haben. Jetzt kriegen wir die letzte von 14 Wochen auch noch über die Runde ;)

Gegen 22 Uhr fahre ich zu Alice, Schwester mit Freund ist auch da. Irgendwie interessiert sich kein Schwein für die Erlebnisse. Ist mir dann aber auch egal.

Mittwoch, 12. August 2009

Fjällräven Classic - Tag 7 - Verlustreiche Heimkehr

Der Morgen in Abisko beginnt nicht unentspannt mit Duschen, Brunchen in der Touriststation und ein bisschen iPod-Surfen. Das erste Mal werden wir stutzig, als an der Bushaltestelle außer uns keiner wartet. Ach, es gibt noch eine? Na, dafür warten wir da in einer langen Schlange und nervöse Fragen, ob die 2 Busse für alle reichen, machen die Runde. Die Zeit geht auch dahin und wir berechnen den exakten Punkt der Panikauslösung. Es wird aber noch besser! Gestern haben wir gefragt, was die Busfahrt kostet und natürlich alles so abgezählt, dass wir es auf die Krone genau in der Hand haben. Der Busfahrer sieht das aber nicht so, dass das reicht. Also, nach kurzer, fruchtloser Diskussion überlegen, wo die Kreditkarte ist. Ganz weit drin im Laderaum! Ich starte eine Kletteraktion, die mir einige Bewunderung einbringt, renne zurück zur Station, hebe Geld ab, renne zurück zum Bus. Ist ja nicht so, dass wir es ein bisschen eilig hätten.
Vorm Bus eine Menschentraube, ich rechne damit, dass ich jetzt verprügelt werde. Die sind aber auch alle nur ohne passendes Geld und streiten rum ... liegt gar nicht an mir ;) Heldenhaft zahlen wir den gewünschten Betrag inklusive Busfahreraufschlag, bald geht es nach Kiruna zurück.


Der Zeitansatz war doch ziemlich falsch, weil es viel schneller geht als gedacht. Ein Punkt kommt dazu: Das Flugzeug hat Verspätung, über eine Stunde. Wir bewahren absolute Ruhe, trinken Kaffee und wissen ja, dass wir in Stockholm über 2 Stunden Aufenthalt haben. Durch die Security werde ich freundlich und ohne Murren durchgewinkt. Ich werde auf den Punkt zurückkommen.

Wir landen in Stockholm und erfahren, dass der Check-in geschlossen hat.

5 Minuten Bedenkzeit, 2 Möglichkeiten: 470 Euro pro Person für den nächsten Flug nehmen, dessen Check-in halt auch gleich schließt. Oder eine Nacht in Stockholm ranhängen. Anniina geht nicht ans Telefon, das als Zusatzbedingung. Gut, Marion und Thomas müssen so oder so heim. Großes Rätselraten mit Henry, und wir entscheiden uns fest und falsch - wir fliegen auch mit. Hätten mit Sicherheit ne Bleibe gefunden, wenn auch nicht bei ihr, sondern bei einer ihrer 450 blonde-Schwedin-Freundinnen in der Stadt und morgen hätten wir für 200 Euro über Berlin heimfliegen können. Nun ja, darauf kommen wir auch erst nach dem Bezahlen.
Also, Knete weg. Jetzt ist fast noch Tom weg, denn in meinem Handgepäck findet man mein handgemachtes Messer aus Norwegen, Erbstück schon fast, und nicht einmal benutzt auf der Reise. Ich entgehe der Verhaftung durch Wegwerfen des guten Stücks. Die Laune steigt ins Unermessliche!

Na ja! Nicht ganz so gut gelaufen, der letzte Tag ;) Dafür können wir in Kopenhagen schon wieder lachen und werden in München abgeholt.


Schluss!

Alle supertollen Bilder der kleinen Wanderung gibt's in folgendem Album:
Fjällräven CLASSIC 2009

Dienstag, 11. August 2009

Fjällräven Classic - Tag 6 - Spaziergang nach Abisko

Der letzte Tag auf den Füßen, die uns so weit getragen haben :( Es ist bedeckt, das erste Mal morgens, und wir verlassen den nur halbwegs tollen Nachtplatz Richtung Tal. Innerhalb einer halben Stunde ist man nun auf einmal unten und wieder mitten in typisch skandinavischen Birkenwäldern. Das erste, was wir finden, ist der letzte Checkpoint, wo zwar noch keiner wach ist ... keiner? Nein, eine tapfere Freiwillige wartet auf uns und reicht Kaffee und superduper Pfannkuchen. Schon ist wieder alles gut :)



Jetzt geht irgendwie alles ganz schnell. Wir erreichen den Abisko Nationalpark und auf breiter und bequemer werdenden Wegen geht es durch eine recht liebliche, aber voll schöne, Landschaft weiter. Wir frühstücken an einem See und springen auch gleich nochmal alle hinein.
Die Kilometer purzeln nur so und auf einmal passiert es:


Kurz vorher fängt dann meine Knochenhautreizung an, aufs Übelste durchzuschlagen und ich leide vor mich hin, kaum zum Auftreten in der Lage. Ein Glück, dass es nur 10 km vorm Ziel ist! Bisher waren es ja nur Rücken und Füße ;)


Ich überzeuge die drei, genau *hier* eine Rast zu machen ... habe nämlich einen lauten Fluss ausgemacht. Wir gehen kurz vom Weg ab und finden eine spektakuläre Szenerie, einen reißenden Strom mit einer in der Sonne aufgeheizten Felsplatte dran. Das schreit alles förmlich nach Abschlussrast! Wir genießen mal locker eine anderthalbe Stunde hier in der Sonne, ganz ohne Mücken, an diesem wunderbaren Platz.


Und dann wird es leider doch irgendwann Zeit, weiterzugehen. Uns kommen jetzt auch Tagesausflügler mit leichtem Schuhwerk entgegen, die sich den Park anschauen. Da sind wir voll die martialischen Rambos dagegen ;) Dank Marions Pferdeschmerztablette (oder?) habe ich auch keine Probleme mehr und fühle mich ganz wunderbar ...


Und dann ist es soweit: Nach 107.200 Metern und 24:15 Stunden reiner Gehzeit sind wir da! Es ist jetzt Mittag. Tosender Applaus empfängt uns, was echt mit zum Großartigsten gehört - alle, die schon da sind und in der Sonne entspannen, jubeln uns zu. Bei den nächsten machen wir das dann auch ;)


In der Abisko Touriststation sind wir nun also wieder fast im richtigen Leben angekommen. Fast, denn Henry und ich entscheiden uns, diese Nacht noch hier und im Zelt zu bleiben. Marion und Thomas fahren leider schon mit dem Zug wieder nach Kiruna. Was soll man nur in dieser Stadt, wo nichts los ist? Es bleiben total viele Leute hier ... nun denn, wir sind ja auch zu zweit partyerprobt!
Zuerst finden wir auf Ach und Krach noch einen Platz, wo beide Zelte nebeneinander stehen können und dann gibt's Nickerchen, Reise-Gepäck abholen, Schlafen, Sauna, Rentierkebab essen. Mei ist das lecker!


Und dann steigt endlich die Abschlussfete. Draußen gehen Regengüsse nieder und hunderte sind in einem großen Zelt, wo's Bier für 6 Euro und viel gute Stimmung gibt. Zuerst wird verlost (gewonnen!) und dann kommen die Balboas und die rocken das Haus. Bald wird getanzt, was die Beine noch hergeben. Sensationell und ein Ende, wie es besser nicht sein könnte!







Nach Mitternacht geht's ins Bett - es wird ja doch dunkel hier oben, wieder was gelernt.

Montag, 10. August 2009

Fjällräven Classic - Tag 5 - Traumweg vs. Arschlochweg

Der dritte Morgen in der Wildnis beginnt genau wie alle anderen - bei klarem Himmel und bester Sicht. Es ist klirrend kalt und die Handschuhe bleiben die ersten Kilometer besser dran ... Mir gelingt vorm Aufbruch aber noch ein schickes Panorama, was seitdem den Blog oben ziert - einmal herum in 17 Bildern.



Die Stimmung ist sensationell, als ich paar Minuten vor den anderen aufbreche. Jeder Morgen ist schöner als der vorherige! Es herrscht ein ganz besonderes Licht, die Sonne steigt nur langsam über die Berggipfel rechts auf. Und bis auf uns ist absolut *niemand* unterwegs!






Eine Rentierherde hetzt etwa 20 Meter vor uns über den Weg - wenn die wüssten, dass wir genug eigenes Essen dabei haben ... Wir sind jetzt wieder zusammen unterwegs und nach dem obligatorischen Strecksprung-Gruß bei 66,66 km sehen wir schon unser Frühstückslokal. Neben einer Hängebrücke über einen reißenden Fluss ist eine schöne Wiese, wo wir gleich mal die Zelte zum Trocknen ausbreiten und es uns richtig gemütlich machen. Seit dem Start sind anderthalb Stunden vergangen. Ich bin natürlich wieder der erste, der ins Wasser springt (ich liebe Farbe und Temperatur von Gletscherflüssen). Ringsum regt sich auch so langsam Leben bei den anderen Zelten.



Nach dem Frischmachen gibt es Frühstück. Einer von uns hat ne Packung Pfannkuchen mit Äpfeln dabei ... "Etwas Fett in der Pfanne erhitzen, portionsweise Teig zugeben, beidseitig knusprig backen". Haha, Pfanne, haha :o) Nach über einer Stunde geht es weiter. Wir beginnen nun auch endlich (alle), die Zeit intensiver zu genießen! Jetzt, nach der Hälfte, merkt man irgendwie schon, wie schnell alles vorbei geht. Und was sind denn schon 50 km, die bleiben?



Wir bewegen uns nun weiter Richtung Nordosten und sehen bald die Alesjaure-Hütte, den vorletzten Checkpoint auf dem Weg.
Es ist immer noch toll, aber es sind auch relativ viele Leute unterwegs. Der Morgen heute wird aber unschlagbar sein! Die Station ist richtig hübsch, liegt auf einem Hügel an einem Fluss. Wir ruhen uns recht lange aus und Henry und ich kaufen richtiges Essen - Nudeln und Carbonara-Soße und, natürlich, Pripps Bla ;) Das letzte Essen im Freien wollen wir heute zelebrieren.



Wir diskutieren ziemlich herum, wie wir weitermachen. Ich kriege nämlich echt langsam Panik, dass es zu schnell vorbei ist und habe absolut keine Lust, morgen Vormittag schon im Ziel zu hocken! Nachdem ich erstmal den Henry überzeugt habe, kriegen wir das Prinzenpaar auch noch rum ;) Also heute etwa 20-25 km gehen, damit morgen nochmal soviel übrig sind und heute vor allem nochmal oben im Gebirge übernachten und nicht bei den Mücken im Tal.



Es geht jetzt einige Kilometer an ganz netten Seen entlang, aber der Weg ist schon komisch. Die Füße und der Rücken tun mir heute auch extrem weh und so taufen wir den Weg hier bald auf "Aschlochweg". Und da wir professionelle Sverige-Speaker sind, denken wir mal, dass "Arslugsleden" passen müsste.



Es ist eine Plackerei ohnegleichen! Das Wetter kann sich nicht entscheiden, ob wir Hardshell oder Softshell tragen sollen, es fliegen üble kleine Mistviecher rum, die Vegetation ist so hübsch wie in der Lausitz, der Weg geht kilometerlang geradeaus und gut einsehbar durch trostlose Heide! 20 km sind endlich geschafft - und was ist? Kein Wasser weit und breit. Wir müssen weiter :( Und so geht es noch endlose 5 km, bis wir im Tal endlich einen Bach sehen. Zwischen hässlichen Büschen geben wir endlich auf und finden einen Platz fürs Zelt.
Die Idee mit der Mückenfreiheit klappt auch nicht richtig und das Feuer dagegen wird uns ständig ausgeblasen. Aber dann passiert es! Das Bier ist kalt und die Nudeln sind heiß! Alles ist wieder gut ;) Mit Henry gibt es noch einen brutalen Verteilungskampf um das leckererste Essen, was sich ein Mensch vorstellen kann (er gewinnt leider mit leichtem Vorsprung, weil es zwischen drin mit Regnen anfängt).






So erleben wir an diesem Tag die höchsten Höhen und die tiefsten Tiefen. Und trotzdem, jetzt, wo es geschafft ist, sind wir sehr zufriedene Menschen.

Sonntag, 9. August 2009

Fjällräven Classic - Tag 4 - Heading North


Um 4 weckt mich Nana Mouskouri aus dem Nachbarzelt und tatsächlich kommt gerade die Sonne ins Tal geschlichen. Das Prinzenpaar kommt nicht so richtig aus den Federn und so marschieren wir erst halb 6 los zu den nächsten 30 Kilometern. Wir haben noch ein paar wenige Kilometer hier oben und genießen noch tolle Blicke zurück, zum Beispiel auf den Liddubakti:


Dann steigen wir hinab zum Checkpoint Singi, wo wir das erste Mal auf den Hauptweg vom Kungsleden treffen. Ab jetzt geht es nach Norden! Die anderen stehen auch so langsam auf, aber es ist auf jeden Fall ne Spitzenidee, so früh immer zu gehen, dann hat man wirklich einige Kilometer seine absolute Ruhe. Wir fragen uns, warum hier so viele Zelte stehen, im Vergleich zu dem Tal vor 3 km, in dem wir geschlafen haben, ist das eine total trostlose Einöde. Campingplatz-Feeling á la Thalkirchen braucht doch hier oben wirklich keiner!?


Nach anderthalb Stunden finden wir einen tollen Platz an einem eiskalten Fluss, etwas abseits des Weges. Wir machen es uns gemütlich und frühstücken. Ich muss zum Baden natürlich wieder mal den Vorreiter spielen, aber die Nachahmer sind schnell dabei :)


Ich beschließe dann gleich mal was außergewöhnliches ... ich breche alleine auf nach dem Frühstück. Ich will mich einmal wirklich für mich den Eindrücken hingeben, Ruhe genießen, mein eigenes Tempo gehen, bei jedem neuen Anblick stehen bleiben, fotografieren. Es wird eine so traumhafte anderthalbe Stunde, dass ich das jetzt immer mal wieder mache!


Kurz vorm nächsten Checkpoint, Sälka, überholen die drei mich wieder, und die ersten Schauerwolken ziehen auch durch. Wir holen jetzt endlich mal die ganzen teuren Klamotten aus dem Rucksack und sind gut gewappnet. Zuerst gibt's aber mal Rentierwraps und Schokokuchen am Checkpoint. Eine sensationelle Idee, gerade wegen des aufziehenden Wetters! Hier gibt es auch eine Sauna, in der man mit selbstgehacktem Holz heizen muss, leider darf man die erst 18 Uhr benutzen - da schlafen wir bestimmt schon lange wieder ;)



Nun gehen wir weiter in dem immer enger werdenden, endlos scheinenden Tal, insgesamt sind das wohl so um die 20 km. Es geht langsam aber stetig weiter bergauf und es ist ganz toll - anders als das gestern, aber beeindruckend. Am Ende sieht man schon die ganze Zeit die Passhöhe vor sich. Ich lasse es mir aber nicht entgehen, in einem schönen Fluss noch einmal zu baden, bevor dann der erste ernsthafte Schauer durchzieht. Die Marmot Oracle hält!
Nachdem mich die drei zwischenzeitlich wieder überholt haben, hole ich sie nach einem fiesen Anstieg wieder ein, und wir genießen den Blick zurück auf das endlose Tal und die Erholung ...


Noch ein paar "Schnapper" und wir sind oben - 1140 Meter! Klingt eigentlich lächerlich wenig, aber hier, knapp am Nordpol verhält sich das alles bisschen anders ;) Wir kriegen auch jetzt mal Schnee zu fassen. Die Seite hinterm Pass sieht sehr wenig einladend aus und über riesige Geröllfelder (zum Glück oft mit Holzplanken) quälen wir uns dem Tagesziel entgegen. Das Wetter ist ungemütlich und mein Rücken schmerzt schon ziemlich. Aber nach fünf Kilometern sehen wir schon den Checkpoint Tjäktja, jetzt haben wir genau 59,99! Perfekt ;) Wir gehen aber noch ein Stückchen, weil wir schon von oben einen netten kleinen See ausgemacht haben, an dem wir die Zelte aufschlagen. Ganz anders als gestern ist es hier, aber auch superschön, und das Baden ist einfacher ;)


Die Königsetappe lassen wir - nachdem wir uns richtig dick angezogen haben - bei Pripps Bla und lecker Essen ausklingen ... einen Heldenmoment gibt es aber noch:

Samstag, 8. August 2009

Fjällräven Classic - Tag 3 - Tag 1 :)


Um 3 Uhr klingelt der Wecker! Kurz Zelt einpacken, Gurte festziehen und 46 Minuten später startet unsere (orange) Startgruppe mit ca. 250 Leuten. Klingt viel und die ersten Kilometer ist es auch eng, aber es entspannt sich doch sehr schnell. Wir wandern immer Richtung Westen durch ein imposantes Tal, Richtung Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens.


Die Mücken nerven am Anfang gewaltig und unser erstes Outdoor-Frühstück verbringen wir größtenteils unter Vollschutz. Der Kocher ist super, gibt richtig Gas! Und das mit Benzin :)
Ich komme ziemlich gut mit meinem Rucksack und dem Gewicht zurecht ... der Thomas hat 18 kg, der Henry 12 und Marion möchte sich nicht äußern. Aber ich denke mal, dass sich die Lautstärke der Stimme umgekehrt proportional zum Rucksackgewicht verhält.


Nach 19 km und dem (schrecklicherweise!) verpassten LapDonalds mit den original Rentierburgern kommen wir am ersten Checkpoint, der Kebnekaise Fjällstation an. Eine superedle Mountainlodge, wo es noch Strom, Bier und Handynetz gibt! Wir kriegen die ersten Stempel in unsre Hefte und werfen uns kalorienstarke Schokobällchen ein und legen uns erstmal zwei geschlagene Stunden in die pralle (und mückenfreie!) Mittagssonne.


11 km haben wir uns aber heute noch vorgenommen und es geht noch imposanter als vorher weiter. Wir gehen noch ein bisschen höher, links und rechts steile Felsenberge, Gletscher und Wasserfälle. Unsre Stimmung bleibt sehr ausgelassen ;)





Es ist halb 4 am Nachmittag, als mein GPS endlich 30,00 km meldet und auf der Stelle verlassen wir den Weg und finden den perfekten Zeltplatz zwischen zwei kleinen Bachläufen, auf einer schönen Wiese. Die Sonne scheint noch kräftig, Rentierherden und orange Wanderer ziehen vorbei, wir haben einen kleinen Pool und gewaltige Felswände und Wasserfälle um uns herum.


Besser geht's wirklich nicht:


Henry überrascht mit einem Travel-Lumumba aus der Tüte (ein Hochgenuss!) und wir finden Holz für ein nettes Lagerfeuer. Wohlgenährt und überaus begeistert von den ersten Eindrücken geht's nach ein paar Stunden ins heimelige Zelt. Also jeder in seins.


Den Wecker stellen wir diesmal auf um 4.