Sonntag, 9. August 2009

Fjällräven Classic - Tag 4 - Heading North


Um 4 weckt mich Nana Mouskouri aus dem Nachbarzelt und tatsächlich kommt gerade die Sonne ins Tal geschlichen. Das Prinzenpaar kommt nicht so richtig aus den Federn und so marschieren wir erst halb 6 los zu den nächsten 30 Kilometern. Wir haben noch ein paar wenige Kilometer hier oben und genießen noch tolle Blicke zurück, zum Beispiel auf den Liddubakti:


Dann steigen wir hinab zum Checkpoint Singi, wo wir das erste Mal auf den Hauptweg vom Kungsleden treffen. Ab jetzt geht es nach Norden! Die anderen stehen auch so langsam auf, aber es ist auf jeden Fall ne Spitzenidee, so früh immer zu gehen, dann hat man wirklich einige Kilometer seine absolute Ruhe. Wir fragen uns, warum hier so viele Zelte stehen, im Vergleich zu dem Tal vor 3 km, in dem wir geschlafen haben, ist das eine total trostlose Einöde. Campingplatz-Feeling á la Thalkirchen braucht doch hier oben wirklich keiner!?


Nach anderthalb Stunden finden wir einen tollen Platz an einem eiskalten Fluss, etwas abseits des Weges. Wir machen es uns gemütlich und frühstücken. Ich muss zum Baden natürlich wieder mal den Vorreiter spielen, aber die Nachahmer sind schnell dabei :)


Ich beschließe dann gleich mal was außergewöhnliches ... ich breche alleine auf nach dem Frühstück. Ich will mich einmal wirklich für mich den Eindrücken hingeben, Ruhe genießen, mein eigenes Tempo gehen, bei jedem neuen Anblick stehen bleiben, fotografieren. Es wird eine so traumhafte anderthalbe Stunde, dass ich das jetzt immer mal wieder mache!


Kurz vorm nächsten Checkpoint, Sälka, überholen die drei mich wieder, und die ersten Schauerwolken ziehen auch durch. Wir holen jetzt endlich mal die ganzen teuren Klamotten aus dem Rucksack und sind gut gewappnet. Zuerst gibt's aber mal Rentierwraps und Schokokuchen am Checkpoint. Eine sensationelle Idee, gerade wegen des aufziehenden Wetters! Hier gibt es auch eine Sauna, in der man mit selbstgehacktem Holz heizen muss, leider darf man die erst 18 Uhr benutzen - da schlafen wir bestimmt schon lange wieder ;)



Nun gehen wir weiter in dem immer enger werdenden, endlos scheinenden Tal, insgesamt sind das wohl so um die 20 km. Es geht langsam aber stetig weiter bergauf und es ist ganz toll - anders als das gestern, aber beeindruckend. Am Ende sieht man schon die ganze Zeit die Passhöhe vor sich. Ich lasse es mir aber nicht entgehen, in einem schönen Fluss noch einmal zu baden, bevor dann der erste ernsthafte Schauer durchzieht. Die Marmot Oracle hält!
Nachdem mich die drei zwischenzeitlich wieder überholt haben, hole ich sie nach einem fiesen Anstieg wieder ein, und wir genießen den Blick zurück auf das endlose Tal und die Erholung ...


Noch ein paar "Schnapper" und wir sind oben - 1140 Meter! Klingt eigentlich lächerlich wenig, aber hier, knapp am Nordpol verhält sich das alles bisschen anders ;) Wir kriegen auch jetzt mal Schnee zu fassen. Die Seite hinterm Pass sieht sehr wenig einladend aus und über riesige Geröllfelder (zum Glück oft mit Holzplanken) quälen wir uns dem Tagesziel entgegen. Das Wetter ist ungemütlich und mein Rücken schmerzt schon ziemlich. Aber nach fünf Kilometern sehen wir schon den Checkpoint Tjäktja, jetzt haben wir genau 59,99! Perfekt ;) Wir gehen aber noch ein Stückchen, weil wir schon von oben einen netten kleinen See ausgemacht haben, an dem wir die Zelte aufschlagen. Ganz anders als gestern ist es hier, aber auch superschön, und das Baden ist einfacher ;)


Die Königsetappe lassen wir - nachdem wir uns richtig dick angezogen haben - bei Pripps Bla und lecker Essen ausklingen ... einen Heldenmoment gibt es aber noch:

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